Denkanfälle der Woche Spezial – Facebook kauft Whatsapp – KW 8 2014

von janstraube

Es war diese Woche nicht zu übersehen: Alle Medien berichteten über Facebooks Ankauf von Whatsapp. Das Echo war groß. Doch was soll man davon halten?

Facebook hat eine sehr große Nutzerzahl, und durch Whatsapp wird sie nicht zwingend größer, da viele Facebook Nutzer auch Whatsapp nutzen. Ich kenne allerdings ein paar Menschen, die bisher kein Facebook hatten, dafür aber Whatsapp. Und mit 450 Millionen Accounts kommen vermutlich einige Millionen neue Personen in Facebooks Datenbank.

Sofort wurden Artikel geschrieben zu Alternativen zu Whatsapp. Ich meine, größtenteils wurde Threema empfohlen, das ich mir auch installiert habe. Binnen 24 Stunden konnte Threema seine Nutzerzahlen verdoppeln, was ich auch an  meinen Threema-Kontakten gemerkt habe (anfangs 3 Personen, inzwischen 9). Aber es gibt auch kostenlose Varianten zum Chatten.

Facebook wird also noch mehr über die Menschheit wissen. Das Thema NSA steht hier meiner Meinung nach nicht im Vordergrund; für mich ist es besorgniserregend, dass Facebook Abermillionen Datensätze hat – ein Privatunternehmen, das am besten weiß, über was sich die Menschen unterhalten. Whatsapp hat scheinbar bisher nicht so stark die Daten ausgewertet – aber warum sollte Facebook Whatsapp 19 Milliarden Dollar wert sein, wenn es das nicht vorhat? Die Verschlüsselung von Threema kann hier beruhigend sein, doch letztlich können wir uns darauf nicht verlassen, weil Threemas Technologie noch nicht von offizieller Stelle geprüft wurde. Die Server stehen in der Schweiz – gut, das ist immerhin in Europa, doch auch in der Schweiz sind die Daten nicht sicher.

Ausserdem muss ich an mein erstes Blogposting erinnern:

„Durch die Datensammlerei, die unkontrolliert und grenzenlos stattfindet, wird der Mensch, werden ich, Du und alle anderen Nutzer digitaler Mechanismen zum reinen Datenbestand. Nichts da mit Persönlichkeit, Menschenrechten und diesem ganzen idealistischen Quatsch. Wir werden zum Bestand, zum Lieferant derjenigen Aspekte unseres Lebens, die wir in die Digitalität überführen.“

Also: prinzipiell sind sämtliche Aktionen im Internet kopierbar und auswertbar. Dass Verschlüsselung nicht unbedingt ein approbates Mittel dagegen ist, zeigt Fefe mit ein paar Gedanken. Ich zitiere:

„Smartphones sind eine inhärent nicht vertrauenswürdige Plattform. Damit macht man am besten gar keine Dinge, von denen es einem unangenehm wäre, wenn andere Menschen davon erführen.“

Kurzum: Wenn ihr ein Smartphone nutzt, und auch online damit seid, dann ist es schon zu spät. Unternehmen haben Berechtigungen in ihren Apps, die das Gerät zur Datenmine machen. Uns bleibt nur, uns von Whatsapp abzumelden, unsere iPhones und Galaxys auszuschalten und zu verbrennen. Oder wir bleiben einfach bei Whatsapp.

Advertisements