Denkanfälle der Woche KW 15 2014

von janstraube

Herzlich Willkommen zu unserer wöchentlichen Linkschau, den Denkanfällen der Kalenderwoche 15! Dieses Mal mit Heartbleed und dem BSI, Visualisierung von Klimadaten, long-reads und Platos Dialogen.

Das Netzthema der Woche: Heartbleed. Aufgrund eines kleinen Fehlers in der Programmierung ist es Angreifern möglich, die verschlüsselte Kommunikation zwischen Server und Nutzer auszulesen. Hier ist das auf eine schöne Grafik heruntergebrochen. Was bedeutet das? Potenziell sind alle Passwörter bei betroffenen Diensten gefährdet – ein Angreifer muss nur zum „richtigen“ Zeitpunkt bei der Seite anklopfen, um sensible Daten zu bekommen. Es gibt mehrere Listen mit betroffenen Diensten, mehr oder minder umfangreich – am sichersten scheint es jedoch, sämtliche (ja, alle) Passwörter die ihr so habt zu ändern. Bekannt ist, dass Facebook, Google, eBay, Dropbox und viele andere Seiten betroffen waren. Vor allem bei kleineren Seiten ist der Rat allerdings unter Vorbehalt zu geniessen, da häufig wenig darüber bekannt ist ob der Seitenbetreiber den Fehler schon behoben hat. Hier gibt es einen Test. Jedenfalls ein guter Grund, einen Passwortmanager einzusetzen – habt Ihr vielleicht eine Empfehlung für einen solchen?

Ach, und da war ja noch was… Das BSI hat mal wieder einen Sicherheitstest gestartet, da erneut 18 Mio. Zugangsdaten kompromittiert wurden. Da Ihr ja aber schon wegen vorigem Absatz die Zugangsdaten geändert habt, braucht Ihr diesen Test gar nicht mehr zu machen 😉

Enigma.io haben sich die Zugänglichkeit öffentlicher Daten auf die Fahnen geschrieben. Sie sammeln Daten, verbinden sie und machen schöne Dinge daraus. Zum Beispiel diese Karte der Klimaanomalien in den Vereinigten Staaten der letzten 59 Jahre. Sieht nicht nur gut aus, sondern bestätigt auch die Thesen zum Klimawandel.

Wir bleiben beim Internet. Wisst Ihr noch, damals, als alle Welt behauptet hat, durch Chat, SMS und überhaupt dieses ganze Internet verkümmert unsere Kommunikation, dass wir nur noch in Smilies über Whatsapp kommunizieren werden und demzufolge auch keine langen Texte mehr lesen werden können? Nun ja, vielleicht ist das alles gar nicht so. Behauptet zumindest Steven Poole im Guardian. Ihmzufolge vermehren sich lange Artikel und Reportagen. Nur mit der gängigen Bezeichnung „long-read“ ist er unzufrieden.

Peter Sloterdijk behauptete, Philosophie sei wie ein Kettenbrief, der seit 2500 Jahren weiter geschrieben wird. Wie in einem Forenthread sollte man natürlich wissen, womit alles angefangen hat, damit man am Ende noch versteht, worum es eigentlich geht. Dies ist keine leichte Angelegenheit, weswegen die Klassiker immer wieder neu bearbeitet werden – so auch im Privaten, als Hilfestellung für Verwandte. Lobenswert, Herr Strippel!

Euch allen ein schönes Wochenende (und guten Start in die Vorlesungszeit, falls zutreffend)!

 

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